Champagner Musicale

Champagner Musicale ist ein seit 1996 jährlich stattfindendes Traditionskonzert zur Faschingszeit. Gespielt werden Auszüge aus Opern, Operetten und Musicals in Zusammenarbeit mit dem Opernstudio der Oper Frankfurt.

Das Konzertformat richtet sich an kulturell interessierte Menschen jeden Alters.

in Kooperation mit

08.02.2025 // Stadthalle Aschaffenburg

In Zweifelhafter Gesellschaft

zwischen Partys, Intrigen und Skandalen

Werke von: Mozart, Puccini, Suppé, Rossini, Giordano, Gershwin, Offenbach

Solisten: Idil Kutay, Abraham Bretón, Andrew Kim, Sakihwe Mkosana

Moderation: Anna Ryberg

Leitung: Michael Millard

TICKETS

ein ideales Weihnachtsgeschenk - können Sie an der Theaterkasse und telefonisch 06021 - 330 1 888 erwerben.

SOLISTEN

Fotos: Barbara Aumüller

Abraham Bretón

Idil Kutay

Sakhiwe Mkosana

Andrew Kim

mit einem Klick auf das Plus wird die Biographie geöffnet.

Konzertbeschreibung

„Zwischen Partys, Intrigen und Skandalen“

Kaum eine Opern- oder Operettenhandlung kommt ohne sie aus: raffiniert gesponnene Intrigen, geradezu skandalöses Verhalten wichtiger Protagonisten und amouröse oder politische Verwicklungen jeder Art. Die daraus resultierende Spannung löst sich zwar in vielen Fällen zum Happy End auf, führt aber auch oft in ein tragisches Finale. Unser diesjähriges „Champagner Musicale“- Programm geht in einer abwechslungsreichen Mischung von hochdramatischer und unterhaltsamer Musik solchen spannenden Geschichten nach.  

Bereits die einleitende Ouvertüre zu Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“, ein Bravourstück für jedes Orchester, setzt den Grundton des Abends. In ihrer rasanten Virtuosität gibt sie einen Vorgeschmack auf die überaus turbulente Handlung der Oper. Dem „Rebellen“ Figaro gelingt es zusammen mit seiner Braut Susanna, mit Hilfe eines raffinierten Verwirrspiels seinen Dienstherrn, den Grafen Almaviva in die Schranken zu weisen und ihn zur ehelichen Treue zurückzuführen. 

In eine ganz andere Welt führen die beiden folgenden Arien Giacomo Puccinis. Seine letzte unvollendet gebliebene Oper „Turandot“ erzählt die grausame Geschichte der chinesischen Prinzessin Turandot, die nur denjenigen Freier heiraten wird, der drei Rätsel zu lösen weiß. Wem das nicht gelingt, wird erbarmungslos hingerichtet. Prinz Calaf, der die Rätsel richtig gelöst hat, wird dennoch von Turandot verschmäht.  Als sie von seinem Vater und der Sklavin Liù unter Folterandrohungen den Namen des unbekannten Prinzen erfahren will, opfert sich Liù in der ergreifenden Arie „Tu che di gel sei cinta“ aus Liebe, um ihren Herrn zu schützen.

Die Oper „Tosca“, einer der größten Erfolge Puccinis, spielt in Rom und handelt von der verzweifelten Liebe der Sängerin Floria Tosca zum Maler Cavaradossi, die vom skrupellosen Baron Scarpia aus politischen Gründen hintertrieben wird. Rache, Eifersucht, Missverständnisse und Intrigen führen zu einem tragischen Ende. Cavaradossis Arie „Recondita armonia“ ist sein schwelgerisches Liebeslied an Tosca aus dem ersten Akt der Oper.

Im Kontrast dazu steht die schmissige Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé. Die Operette selbst mit ihren komischen Verwicklungen zwischen einer Dorfbevölkerung und einer Husarentruppe (eben der „leichten Kavallerie“) ist von den Spielplänen komplett verschwunden, während die Ouvertüre mit ihren Fanfarenmotiven und ungarischen Anklängen ein populäres Konzertstück geblieben ist. 

Neben „Tosca“ ist „La Bohème“ trotz der von schlechten Kritiken begleiteten Uraufführung 1896 die wohl populärste Oper Puccinis. Die Geschichte der Pariser Künstler, die zwar in ärmlichen Verhältnissen leben, dem fröhlichen Partyleben aber nicht abgeneigt sind und die tragische Liebesgeschichte des Dichters Rodolfo mit der schwindsüchtigen Nachbarin Mimi setzt der Komponist in bewegende, emotionale Musik. Dazu gehört die lyrische, geradezu sprichwörtlich bekannt gewordene Arie des Rodolfo „Che gelida manina“ („Wie eiskalt ist dies Händchen“). Es ist der Moment der ersten Annäherung zwischen ihm und Mimi, eine innige, berührende Szene.

Der italienische Komponist Umberto Giordano gilt neben Puccini, Mascagni und Leoncavallo als bedeutender Vertreter des „Verismo“, einer musikdramatischen Stilrichtung, die die ungeschönte Wahrheit und Echtheit der Gefühle in den Mittelpunkt stellt. Von seinen zahlreichen Bühnenwerken ist „Andrea Chenier“ (Uraufführung 1896) das bedeutendste. Der tragische Titelheld ist ein Dichter zur Zeit der Französischen Revolution, der wegen seiner Beziehungen zum Adel nach vielen Wirrungen mit der Guillotine hingerichtet wird. Sein Gegenspieler ist Carlo Gérard; seine Arie „Nemico della patria“ („Feind des Vaterlands“) ist eine hochdramatische Anklage voller Zorn und Erregung.

Nach so viel Dramatik geht es schwungvoll in die Pause mit George Gershwins Ouvertüre zum Musical „Girl Crazy“. Bei der Uraufführung 1930 in New York versammelte das Stück auf der Bühne und im Orchester die berühmtesten Schauspieler und Musiker seiner Zeit, z.B. Ginger Rogers, Benny Goodman und Glenn Miller. Die reichlich „verrückte“ Handlung um den Entertainer und Geschäftsmann Danny, der nach etlichen Wirrungen, Überfällen, Partys, Verfolgungsjagden und sonstigen Exzessen am Ende seine Braut Molly heiraten darf, spiegelt sich in der mitreißenden Ouvertüre, in der die beiden Welthits „Embreacable you“ und „I got rhythm“ unverkennbar erklingen.

Der zweite Teil des Abends gehört Jacques Offenbach, der als Begründer der modernen Operette gilt und mit seinen ca. 60 Werken dieses Genres und der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ große Berühmtheit erlangte. Es gelang ihm, die „Grand Opéra“ gekonnt zu parodieren und teils groteske, teils sentimentale oder phantastische Geschichten auf die Bühne zu bringen. Rossini nannte Offenbach den „Mozart der Champs Elysées“. 

In Köln als Sohn eines deutsch-jüdischen Kantors geboren, kam er schon mit 14 Jahren nach Paris, wo er bei Luigi Cherubini als Cellist ausgebildet wurde. Erste Erfolge als Dirigent und Komponist führten zur Eröffnung eines eigenen Theaters, des Theaters „Bouffes-Parisiens“. Hier wurden zahlreiche seiner einaktigen Operetten uraufgeführt, so auch 1857 der „Häuptling Abendwind“. Es ist eine „Faschings-Burlesque“, eine grotesk-makabre Farce über fremde Bräuche und unsere eigenen Gewohnheiten. Zwei eigentlich verfeindete Südsee-Häuptlinge mit kannibalistischen Neigungen, Abendwind und Biberhahn, treffen sich zu einem Festessen, um über politische Angelegenheiten zu beraten. Aber was kommt zum Essen auf den Tisch? Ist es wirklich der auf der Insel gestrandete Arthur, Sohn Biberhahns, der sich zuvor in Abendwinds Tochter Atala verliebt hatte? Lassen Sie sich überraschen…und mitreißen von Offenbachs leichtfüßiger und eleganter Musik!


Johannes Möller

2024

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