Champagner Musicale
Champagner Musicale ist ein seit 1996 jährlich stattfindendes Traditionskonzert zur Faschingszeit. Gespielt werden Auszüge aus Opern, Operetten und Musicals in Zusammenarbeit mit dem Opernstudio der Oper Frankfurt.
Das Konzertformat richtet sich an kulturell interessierte Menschen jeden Alters.
in Kooperation mit

08.02.2025 // Stadthalle Aschaffenburg
In Zweifelhafter Gesellschaft
zwischen Partys, Intrigen und Skandalen
Werke von: Mozart, Puccini, Suppé, Rossini, Giordano, Gershwin, Offenbach
Solisten: Idil Kutay, Abraham Bretón, Andrew Kim, Sakihwe Mkosana
Moderation: Anna Ryberg
Leitung: Michael Millard
TICKETS
ein ideales Weihnachtsgeschenk - können Sie an der Theaterkasse und telefonisch 06021 - 330 1 888 erwerben.
SOLISTEN
Fotos: Barbara Aumüller
Abraham Bretón
Idil Kutay
Sakhiwe Mkosana
Andrew Kim
mit einem Klick auf das Plus wird die Biographie geöffnet.
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Die Sopranistin Idil Kutay wurde mit Beginn der Spielzeit 2023/24 in das Opernstudio der Oper Frankfurt aufgenommen und stellte sich hier mit ihrem Debüt als Barbarina in Tilmann Köhlers Neuinszenierung von Le nozze di Figaro vor. Im weiteren Verlauf der Spielzeit verkörperte sie Partien wie Papagena in Die Zauberflöte, Erstes Koboldchen in Fortners In seinem Garten liebt Don Perlimplín Belisa sowie die Fünfte Magd in Elektra. In der aktuellen Spielzeit ist sie als Priesterin in Aida, als Erster Knappe/Blumenmädchen in der Neuproduktion von Parsifal sowie als Heilige Jungfrau in Jeanne d’Arc au bûcher zu erleben. Jüngst gab Idil Kutay ihr Debüt bei den Bregenzer Festspielen als Lauretta (Gianni Schicchi) und Fanny (La cambiale di matrimonio) in der Regie von Brigitte Fassbaender. Ihr Master-Studium absolvierte die junge Künstlerin an der Dutch National Opera Academy, wo sie bereits Rollen wie Cornelia (Graun’s Cleopatra e Cesare), Rosalinde (Die Fledermaus), die Titelpartie in Pauline Viardots Cendrillon und Beth March in der zeitgenössischen Opernadaption Little Women von Mark Adamo sang. Die dabei erlangten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Felix Bender und Karel Deseure oder dem Regisseur Dirk Schmeding vervollständigten ihre Ausbildung. Die Sopranistin war Stipendiatin des Royal Conservatoire of The Hague, wo sie auch ihr Bachelor-Studium mit summa cum laude abschloss. 2019 gewann sie den zweiten Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb Alīda Vāne in Lettland und war Finalistin beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen 2022 in Gütersloh.
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Der mexikanisch-spanische Tenor Abraham Bretón gehört seit der Saison 2022/23 zum Opernstudio der Oper Frankfurt. Zu Beginn der aktuellen Spielzeit steht er hier als Herzog von Mantua (Rigoletto) auf der Bühne und präsentiert zudem Partien wie Flavio (Norma) und Kanzler/Offizier/Gerichtsdiener (Bianca e Falliero). In der Vergangenheit überzeugte er mit seinen Rollendebüts als Don José (Carmen), Graf von Gloria-Cassis (Die Banditen) und Erster Geharnischter (Die Zauberflöte). Des Weiteren war er an seinem Stammhaus als Gastwirt Pasek in Das schlaue Füchslein sowie als Fürst Yamadori in Madama Butterfly zu erleben.. In der Spielzeit 2013/14 stellte sich Abraham Bretón in seiner mexikanischen Heimatstadt Puebla mit Partien wie Nemorino (L’elisir d’amore) und Alfredo (La traviata) vor. Anschließend sang er Verdis Requiem bei dem Sommerprogramm »Oberlin in Italy«, mit dem American Institute of Musical Studies (AIMS) in Graz sowie im März 2023 in der New Yorker Carnegie Hall. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität Escuela Nacional de Música in Mexiko setzte er seine Opernausbildung 2016 in den Vereinigten Staaten fort, wo er bis 2020 Mitglied der Academy of Vocal Arts in Philadelphia war. 2018 war Abraham Bretón im Santa Fe Opera Apprentice Program, wo er die Partie des Gauners in Bernsteins Candide sowie den Herzog von Mantua verkörperte. 2019 kehrte er für erfolgreiche Zarzuela-Aufführungen nach Graz zurück. Im Sommer 2025 wird Abraham Bretón als Don José am Opernhaus Sydney debütieren.
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Der südkoreanische Tenor Andrew Kim, mit bürgerlichem Namen Hyunjung Kim, verstärkt seit Januar 2023 das Opernstudio der Oper Frankfurt, wo er sein Hausdebüt als Fürst Yamadori (Madama Butterfly) gab. Weiterhin sang er hier die Partie des Zweiten Schäfers (Daphne) und debütierte erfolgreich als Aceste (Ascanio in Alba) sowie als Remendado (Carmen). 2024/25 ist er als Vierter Knappe in Parsifal und als Architekt in Reimanns Melusine zu erleben. Andrew Kim absolvierte sein Bachelorstudium an der Yonsei University in Seoul und legte 2022 sein Konzertexamen im Fach Operngesang an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler ab. Zuvor war er von 2017 bis 2018 als Stipendiat der Jungen Oper Hannover in Mozarts Le nozze di Figaro sowie in den Kinderopern Die drei Spinnerinnen von Gregor A. Mayrhofer und Ein sanfter Riese von Stephen McNeff zu erleben. Sein Repertoire umfasst Partien wie Tamino (Die Zauberflöte), Nemorino (L’elisir d’amore) und Rodolfo (La Bohème). Andrew Kim gewann 2022 die Debut Concert Competition des Wiener Musikvereins sowie 2019 die Pavarotti Vocal Competition und wurde im selben Jahr mit Preisen beim Suri Music Concours (Gunpo City) und der Korean Voice Competition (Seoul) ausgezeichnet. Als Gewinner des Toti dal Monte Wettbewerbs singt Andrew Kim im Jahr 2024 Tamino in einer italienischen Koproduktion am Teatro Comunale Mario del Monaco in Treviso und am Teatro Verdi in Padua.
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Der aus Südafrika stammende Bariton Sakhiwe Mkosana ist seit März 2023 Mitglied des Opernstudios der Oper Frankfurt, wo er anlässlich der Premiere von Kurt Weills Der Zar lässt sich fotografieren debütierte, gefolgt von seinem Auftritt als Der kaiserliche Kommissar in Madama Butterfly. In der Spielzeit 2023/24 war er hier in der Partie des Ersten Deputierten (Don Carlo) sowie als Erster Nazarener / Kappadozier (Salome) zu erleben. Zu seinen Aufgaben der aktuellen Saison zählen Rollen wie Priester des Jupiter (Hercules), Graf von Ceprano (Rigoletto) sowie Auftritte als Magister (Maskerade), Polizeikommissär (Neuproduktion Doktor und Apotheker) und Doge von Venedig (Bianca e Falliero). Im Sommer 2023 verkörperte Sakhiwe Mkosana die Titelpartie bei der deutschen Erstaufführung der namibischen Oper Chief Hijangua im Berliner Rundfunkhaus, die er bereits 2022 bei der Uraufführung des Werks im National Theatre of Namibia sang. Im Sommer 2024 folgte sein Debüt mit der Birmingham Opera Company in Michael Tippetts New Year unter der Regie von Keith Warner. Sakhiwe Mkosana absolvierte seinen Bachelor of Music im Hauptfach Gesang bei Gwyneth Lloyd an der Universität von Fort Hare, bevor er 2019 dem Chor der Cape Town Opera beitrat. Er absolvierte an der University of Cape Town (UCT) ein Advanced Diploma in Opera Performance und übernahm dort die Partie des Don Alfonso (Così fan tutte). 2022 schloss er das Postgraduiertenstudium für Operngesang an der UCT ab. Sakhiwe Mkosana ist Gewinner des Eva-Kleinitz-Preises beim 8. International Opera Singing Competition 2022 Portofino, Italien und des Schock Foundation Opera Competition 2020. Im Jahr 2022 belegte er zweite Plätze beim Internationalen Gesangswettbewerb Neue Stimmen in Gütersloh und beim Friends of Cape Town Opera Bursary Competition.
Konzertbeschreibung
„Zwischen Partys, Intrigen und Skandalen“
Kaum eine Opern- oder Operettenhandlung kommt ohne sie aus: raffiniert gesponnene Intrigen, geradezu skandalöses Verhalten wichtiger Protagonisten und amouröse oder politische Verwicklungen jeder Art. Die daraus resultierende Spannung löst sich zwar in vielen Fällen zum Happy End auf, führt aber auch oft in ein tragisches Finale. Unser diesjähriges „Champagner Musicale“- Programm geht in einer abwechslungsreichen Mischung von hochdramatischer und unterhaltsamer Musik solchen spannenden Geschichten nach.
Bereits die einleitende Ouvertüre zu Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“, ein Bravourstück für jedes Orchester, setzt den Grundton des Abends. In ihrer rasanten Virtuosität gibt sie einen Vorgeschmack auf die überaus turbulente Handlung der Oper. Dem „Rebellen“ Figaro gelingt es zusammen mit seiner Braut Susanna, mit Hilfe eines raffinierten Verwirrspiels seinen Dienstherrn, den Grafen Almaviva in die Schranken zu weisen und ihn zur ehelichen Treue zurückzuführen.
In eine ganz andere Welt führen die beiden folgenden Arien Giacomo Puccinis. Seine letzte unvollendet gebliebene Oper „Turandot“ erzählt die grausame Geschichte der chinesischen Prinzessin Turandot, die nur denjenigen Freier heiraten wird, der drei Rätsel zu lösen weiß. Wem das nicht gelingt, wird erbarmungslos hingerichtet. Prinz Calaf, der die Rätsel richtig gelöst hat, wird dennoch von Turandot verschmäht. Als sie von seinem Vater und der Sklavin Liù unter Folterandrohungen den Namen des unbekannten Prinzen erfahren will, opfert sich Liù in der ergreifenden Arie „Tu che di gel sei cinta“ aus Liebe, um ihren Herrn zu schützen.
Die Oper „Tosca“, einer der größten Erfolge Puccinis, spielt in Rom und handelt von der verzweifelten Liebe der Sängerin Floria Tosca zum Maler Cavaradossi, die vom skrupellosen Baron Scarpia aus politischen Gründen hintertrieben wird. Rache, Eifersucht, Missverständnisse und Intrigen führen zu einem tragischen Ende. Cavaradossis Arie „Recondita armonia“ ist sein schwelgerisches Liebeslied an Tosca aus dem ersten Akt der Oper.
Im Kontrast dazu steht die schmissige Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé. Die Operette selbst mit ihren komischen Verwicklungen zwischen einer Dorfbevölkerung und einer Husarentruppe (eben der „leichten Kavallerie“) ist von den Spielplänen komplett verschwunden, während die Ouvertüre mit ihren Fanfarenmotiven und ungarischen Anklängen ein populäres Konzertstück geblieben ist.
Neben „Tosca“ ist „La Bohème“ trotz der von schlechten Kritiken begleiteten Uraufführung 1896 die wohl populärste Oper Puccinis. Die Geschichte der Pariser Künstler, die zwar in ärmlichen Verhältnissen leben, dem fröhlichen Partyleben aber nicht abgeneigt sind und die tragische Liebesgeschichte des Dichters Rodolfo mit der schwindsüchtigen Nachbarin Mimi setzt der Komponist in bewegende, emotionale Musik. Dazu gehört die lyrische, geradezu sprichwörtlich bekannt gewordene Arie des Rodolfo „Che gelida manina“ („Wie eiskalt ist dies Händchen“). Es ist der Moment der ersten Annäherung zwischen ihm und Mimi, eine innige, berührende Szene.
Der italienische Komponist Umberto Giordano gilt neben Puccini, Mascagni und Leoncavallo als bedeutender Vertreter des „Verismo“, einer musikdramatischen Stilrichtung, die die ungeschönte Wahrheit und Echtheit der Gefühle in den Mittelpunkt stellt. Von seinen zahlreichen Bühnenwerken ist „Andrea Chenier“ (Uraufführung 1896) das bedeutendste. Der tragische Titelheld ist ein Dichter zur Zeit der Französischen Revolution, der wegen seiner Beziehungen zum Adel nach vielen Wirrungen mit der Guillotine hingerichtet wird. Sein Gegenspieler ist Carlo Gérard; seine Arie „Nemico della patria“ („Feind des Vaterlands“) ist eine hochdramatische Anklage voller Zorn und Erregung.
Nach so viel Dramatik geht es schwungvoll in die Pause mit George Gershwins Ouvertüre zum Musical „Girl Crazy“. Bei der Uraufführung 1930 in New York versammelte das Stück auf der Bühne und im Orchester die berühmtesten Schauspieler und Musiker seiner Zeit, z.B. Ginger Rogers, Benny Goodman und Glenn Miller. Die reichlich „verrückte“ Handlung um den Entertainer und Geschäftsmann Danny, der nach etlichen Wirrungen, Überfällen, Partys, Verfolgungsjagden und sonstigen Exzessen am Ende seine Braut Molly heiraten darf, spiegelt sich in der mitreißenden Ouvertüre, in der die beiden Welthits „Embreacable you“ und „I got rhythm“ unverkennbar erklingen.
Der zweite Teil des Abends gehört Jacques Offenbach, der als Begründer der modernen Operette gilt und mit seinen ca. 60 Werken dieses Genres und der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ große Berühmtheit erlangte. Es gelang ihm, die „Grand Opéra“ gekonnt zu parodieren und teils groteske, teils sentimentale oder phantastische Geschichten auf die Bühne zu bringen. Rossini nannte Offenbach den „Mozart der Champs Elysées“.
In Köln als Sohn eines deutsch-jüdischen Kantors geboren, kam er schon mit 14 Jahren nach Paris, wo er bei Luigi Cherubini als Cellist ausgebildet wurde. Erste Erfolge als Dirigent und Komponist führten zur Eröffnung eines eigenen Theaters, des Theaters „Bouffes-Parisiens“. Hier wurden zahlreiche seiner einaktigen Operetten uraufgeführt, so auch 1857 der „Häuptling Abendwind“. Es ist eine „Faschings-Burlesque“, eine grotesk-makabre Farce über fremde Bräuche und unsere eigenen Gewohnheiten. Zwei eigentlich verfeindete Südsee-Häuptlinge mit kannibalistischen Neigungen, Abendwind und Biberhahn, treffen sich zu einem Festessen, um über politische Angelegenheiten zu beraten. Aber was kommt zum Essen auf den Tisch? Ist es wirklich der auf der Insel gestrandete Arthur, Sohn Biberhahns, der sich zuvor in Abendwinds Tochter Atala verliebt hatte? Lassen Sie sich überraschen…und mitreißen von Offenbachs leichtfüßiger und eleganter Musik!
Johannes Möller